Geschichte der Hans-Thoma-Schule Gaggenau

Nachdem das 1782 auf dem Platz des heutigen Anwesens Hauptstraße 34 erbaute erste Schulhaus zu klein geworden war, entstand 1889 der erste Teil der in mehreren Abschnitten erbauten Schule. Dieser Teil liegt an der Schulstraße und beherbergte zuerst die Volksschule, von 1921 an die Gewerbeschule und von 1951 bis 1962 das Progymnasium. Später war dort ein Teil der Realschule untergebracht.

1901 wurde an der heutigen Konrad-Adenauer-Straße ein Bau für die damalige Gewerbliche Fortbildungsschule errichtet. Die auf fast 500 angewachsene Schülerzahl führte dann 1910 zum Bau des Mittelteils mit vier Schulsälen.

In den Jahren 1921/1922 wurde erneut erweitert. Der Volksschule standen jetzt – Gaggenau hatte etwa 4.100 Einwohner – zwölf Säle zur Verfügung. Volks- und Gewerbeschule waren zusammengebaut und die Gewerbeschule war nun in dem 1889 errichteten Bauabschnitt untergebracht. Damit war die Zeit des äußeren Aufbaues – jedes Jahrzehnt eine Baumaßnahme – zunächst vorüber.

Durch den Fliegerangriff am Sonntag, den 10. September 1944, wurde auch die Schule durch Brandbomben zerstört.

Erst Ende 1946 bekam das Gebäude wieder ein Dach und mit der Zeit wurde Schulsaal um Schulsaal wieder hergerichtet.

Das 1889 erbaute Schulhaus beherbergte nun das Progymnasium, während sich Volks- und Gewerbeschule die übrigen Räume teilen mussten.

Anfang der 1950er Jahre bezog die Gewerbeschule ihren Neubau. Erst als jedoch im September 1962 das neue Goethe-Gymnasium eingeweiht werden konnte, erhielt die Volksschule das Gebäude an der Schulstraße wieder zurück.

Im Januar 1963 wurde die Schule nach Hans Thoma benannt. 1965 wurden die ersten Realschulklassen an der Schule eingerichtet. Nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten, wobei u.a. die bisher getrennten Schulgebäude miteinander verbunden worden waren, konnte Ende 1965 auch die neue Turnhalle eingeweiht werden.

Stadtverwaltung und Schule glaubten nun, für die Zukunft genügend Raum zu haben. Aber die Entwicklung der Stadt und damit auch die Schülerzahlen sprengte einmal mehr die damaligen Prognosen. Obwohl 1969 alle Hauptschüler (Schüler der Klassen fünf bis neun) des Stadtteils Alt-Gaggenau in die neue Hebelschule umzogen, reichte der Platz für die 1969 selbständig gewordene Realschule Gaggenau (die allein von über 600 Schülerinnen und Schülern besucht wurde) und für die Hans-Thoma-Grundschule nicht mehr aus.

Aus diesem Grund wurde in der Dachgrub in Bad Rotenfels für die Realschule ein Neubau errichtet, der am 09. April 1976 bezogen wurde.

Von 1990 bis 2014 gab es an der Hans-Thoma-Schule eine Grundschulförderklasse.

2014 zog diese in die Hebelschule der Stadt Gaggenau um.

Im Jahr 1991 wurde in der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Gebäude der Hans-Thoma-Schule ein Schülerhort, in dem damals 35 Kinder betreut wurden, eröffnet.

Seit 2014 ist die Hans-Thoma-Schule eine Ganztagsschule und es werden ca. 100 Kinder in den gleichen Räumlichkeiten betreut.

Im Schuljahr 2023/24 werden an der Hans-Thoma-Schule 276 Schülerinnen und Schüler von 22 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.

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